Wer die Automobilindustrie verfolgt, weiß, dass Festkörperbatterien seit einem Jahrzehnt als heiliger Gral gelten. Toyota verspricht sie seit 2015 immer wieder „nächstes Jahr“. Volkswagen investiert Milliarden in QuantumScape und präsentiert uns aufwendig gestaltete PowerPoint-Präsentationen. Wir alle warten auf den technologischen Retter, der die Probleme mit Reichweite und Brandschutz löst. Während sich die Branchenriesen trafen, machten die Jungs aus dem kalten Finnland – Verge Motorcycles – einfach ihre Hausaufgaben. Kein Tamtam, keine leeren Versprechungen, nur pure Ingenieurskunst. Und das Ergebnis? Ein Motorrad – die Verge TS Pro, die man tatsächlich kaufen kann. Jetzt.
Lasst uns zunächst etwas Grundlegendes klären. Wenn ein kleiner finnischer Produzent behauptet, die Industriekonzerne besiegt zu haben, lächle ich meist zynisch und bestelle noch ein Bier. Verge-Motorräder ist kein Garagenexperiment. Seit 2018 haben sie Filialen in Monaco und Kalifornien eröffnet und Formel-1-Legenden wie Mika Häkkinen und Valtteri BottasUnd dabei brachen sie einige Guinness-Weltrekorde. Das sind keine Träumer, sondern Ingenieure, die die Spielregeln neu definiert haben. Mal sehen – Verge TS Pro.
Auf der diesjährigen Messe CES Sie kündigten an, dass ihr Modell Verge TS Pro geht hinein Serienproduktion mit Batterien mit festem ElektrolytDas ist kein Konzept. Das ist Realität.

Revolution im Bauch des Biestes: Batterie für die Ewigkeit
Neue Batterietechnologie, entwickelt in Zusammenarbeit mit Donut LabDas ist einfach atemberaubend und löst das größte Problem von Elektrofahrzeugen: den Kapazitätsverlust. Vergessen Sie Lithium-Ionen-Akkus, die nach 5.000 Ladezyklen schlappmachen. Der Festkörperakku des Verge hat eine unglaubliche Kapazität. 100.000 Zyklen.
„Sie werden eher eine Hüftoperation benötigen, als dieses Fahrrad einen neuen Akku braucht.“
Darüber hinaus arbeitet der Festelektrolyt stabil bei extremen Temperaturen von -30 °C bis 100 °C. Endlich haben wir ein Elektrofahrzeug, dessen Reichweite im Winter nicht nur aufgrund der Kälte halbiert wird und das im Sommer nicht zur tickenden Zeitbombe wird.

Zahlen, die schmerzen (Wettbewerb)
Werfen wir einen Blick auf die technischen Daten, die Benzin-Fans vor Neid erblassen lassen und andere E-Bike-Hersteller wahrscheinlich in die Ecke weinen lassen werden. Verge bietet zwei Versionen an:
- Standard: 20,2 kWh Batterie mit einer Reichweite von 350 km (217 Meilen).
- Ultra (extended): Ein 33,3 kWh-Monster mit einer Reichweite von bis zu 600 km (370 Meilen).
Ja, Sie haben richtig gelesen. 600 Kilometer rein elektrisch. Das ist mehr, als die meisten meiner Benzin-Sportwagen ohne Tankstopp schaffen. Und wenn Sie tanken müssen? Dank des NACS-Anschlusses (Tesla-Standard) laden Sie in nur 10 Minuten für 300 km Reichweite. Das ist genug Zeit, um einen Espresso zu trinken und so zu tun, als ob Ihnen vom Fahren der Hintern nicht wehtut.
Donut 2.0: Wenn Physik auf Magie trifft
Sicher, die Batterie ist der Star des Abends, aber vergessen wir nicht das Rad. Nabenloser Motor Der radnabenlose Felgenmotor bleibt ein optisches Markenzeichen der Marke Verge und lässt den Motor aussehen, als wäre er direkt aus dem Film Tron entsprungen. Die neue Generation des Donut 2.0 ist 50 % leichter als sein Vorgänger, liefert aber dennoch ein gewaltiges Drehmoment.
Wir sprechen hier von 1.000 Nm Drehmoment. Zum Vergleich: Das ist das Drehmoment, das man typischerweise in schweren Lkw oder Hypercars findet. Die gesamte Kraft wird ohne Kette, Riemen oder Zahnräder direkt auf den Asphalt übertragen. Das Ergebnis?
- Leistung: 102 kW (136,8 PS).
- Beschleunigung 0-100 km/h (0-60 mph): 3,5 Sekunden.
- Höchstgeschwindigkeit: 200 km/h (124 mph).

Dieses Fahrrad zu fahren ist wahrscheinlich wie auf einem Blitz zu reiten. Da das Gewicht des Fahrrads (buchstäblich) im Rad liegt, ist der Schwerpunkt extrem niedrig, wodurch das Fahrrad wie angeklebt auf der Straße liegt. Und durch die geringere Anzahl beweglicher Teile soll das Fahrgefühl angeblich chirurgisch präzise sein.
Der Preis der Innovation: Nicht für jeden
Diese Technologie hat natürlich ihren Preis. Das Einstiegsmodell kostet rund 29.900 US-Dollar (ca. 27.500 Euro), das Modell mit größerem Akku 34.900 US-Dollar (ca. 32.000 Euro). Die Auslieferung wird im ersten Quartal 2026 erwartet.
Ist das viel Geld für ein Motorrad? Absolut. Für das Geld bekommt man ein sehr gutes Auto. Ist das viel Geld für ein Stück Geschichte, das alles andere auf dem Markt übertrifft und Technologie bietet, von der andere nur träumen können? Keineswegs.

Fazit: Verge TS Pro
Verge TS Pro Es ist nicht einfach nur ein weiterer Elektromotor. Er beweist, dass in der Automobilindustrie die Größe eines Unternehmens nichts bedeutet, wenn man nicht den Mut zur Innovation hat. Während die großen Konzerne auf den „perfekten Moment“ und „Skaleneffekte“ warteten, bauten die Finnen einfach die Zukunft.
Mit einer Reichweite von 600 Kilometern und einer Ladezeit, die schneller ist, als man auf dem Klo durch TikTok scrollen kann, hat die Verge das letzte und stärkste Argument gegen Elektromobilität – die Reichweitenangst – ausgeräumt. Ist sie teuer? Sicher. Sieht sie bizarr aus? Absolut. Aber am wichtigsten: Sie funktioniert. Und wenn das die Zukunft des Motorradfahrens ist, gebe ich die Schlüssel zu meiner benzinbetriebenen Maschine gerne zurück. Na ja, vielleicht behalte ich beide. Nur für den Fall, dass der Strom ausgeht. Aber bei diesem Akku wird der Benzintank zuerst leer sein.




