Gaming unterwegs war lange Zeit ein Kompromiss. Entweder man starrte auf einen winzigen Bildschirm, der fast schon augenärztlich misslang, oder man schleppte einen Laptop mit sich herum, der so schwer war wie ein Sack Zement. ASUS und Xreal haben jetzt Schluss damit und präsentieren uns eine dritte Lösung. Eine Lösung, mit der man zwar wie ein Cyborg aussieht, sich aber wie ein König fühlt. Die Antwort: ASUS ROG Xreal R1.
Smartbrillen waren bisher größtenteils ziemlich… unpraktisch. Man trägt sie, und die Leute denken, man filmt sie oder hat den Bezug zur Realität verloren. Und seien wir ehrlich, die Technologie war meist so langsam, dass man eine Zeitung schneller lesen konnte. Aber wenn man die beiden kombiniert… AsusAbteilung Republic of Gamers (ROG)Derjenige, der vermutlich Energy-Drinks statt Wasser trinkt, und Xreal, der führende Hersteller von AR-Brillen, meinen es ernst. Sie haben die ASUS ROG Xreal R1 entwickelt. Und nein, es ist nicht einfach nur ein weiteres Gerät zum E-Mail-Lesen. Es ist ein echtes Monster.

Der Motor unter der Haube: 240 Hz purer Wahnsinn
Wäre dieses Produkt ein Auto, wäre es wohl ein Lamborghini mit einem Anhänger voller Rechenleistung. Der Star ist hier das Display. Oder besser gesagt, die beiden. Wir sprechen von Micro-OLED-Panels mit Full-HD-Auflösung (1920 x 1080 Pixel) pro Auge. „Nur 1080p?“, höre ich im Hintergrund gemurmelt werden. Ruhig Blut! Es geht nicht nur um die Pixel, sondern um die Geschwindigkeit.
Diese Brille bietet eine Bildwiederholfrequenz von 240 Hz. Richtig gelesen! Das ist doppelt so schnell wie die meisten Gaming-Monitore, die Sie zu Hause haben. Dadurch sind Bewegungen butterweich. Kein Ruckeln, keine Unschärfe. Wenn Sie im Spiel Ihren Kopf drehen, dreht sich die Welt blitzschnell mit.


Aber der Clou? Diese Brille simuliert einen 171 Zoll (434 cm) großen Bildschirm aus vier Metern Entfernung. Stellen Sie sich vor, Sie sitzen in Ihrem beengten Büro, setzen die Brille auf und blicken plötzlich auf eine Leinwand, die größer ist als Ihre Wand. Das ist pure Flucht aus dem Alltag.
Sichtfeld und Raumgefühl
Das ASUS ROG Xreal R1 bietet ein Sichtfeld von 57 Grad. Das mag im Vergleich zu VR-Headsets, die einen komplett abschirmen, wenig erscheinen, ist aber in der Augmented Reality (AR) beeindruckend. Xreal gibt an, dass dies 95 % des fokussierten Sichtfelds abdeckt. In der Praxis bedeutet das, dass man das Spielgeschehen im Blick hat, ohne ständig den Kopf wie ein Falke bewegen zu müssen.
Hier kommt der Lifestyle-Aspekt ins Spiel. Die Brille verwendet elektrochrome Gläser. Das bedeutet, dass sie sich bei hellem Licht verdunkeln und bei Dunkelheit aufhellen. Sie haben die Kontrolle über das Licht. Und weil niemand gerne einen Bildschirm vor den Augen tanzen sieht, wenn er sich bewegt, gibt es die 3DoF-Technologie (Three Degrees of Freedom) und den Anchor-Modus. Sie können den Bildschirm an einer Position fixieren. Wenn Sie kurz wegschauen, um einen Schluck Kaffee zu trinken, bleibt der Bildschirm an Ort und Stelle. Wenn Sie wieder hinschauen, ist er wieder da.
Konnektivität: Kein Kabelwechsel mehr nötig
Das größte Problem bei solchen Geräten war bisher immer: „Wo schließe ich das an?“ ASUS hat dieses Problem mit der ROG Control Dock gelöst. Sie ist nicht nur ein Gerät, sondern eine zentrale Steuereinheit. Sie verfügt über zwei HDMI 2.0-Eingänge, einen DisplayPort 1.4-Anschluss und einen USB-C-Anschluss.
Was bedeutet das für Sie? Dass Sie Ihre Verbindung herstellen können Playstation 5 und sein eigenes brutal leistungsstarker PCUnd dann wechselt man mit einem einzigen Knopfdruck zwischen den Modi. Besitzer einer ROG Ally Portable-Konsole oder der neueren Ally X können das Ganze direkt über USB-C nutzen. Kein Dongle, kein Aufwand. Einfach anschließen und loslegen.
Für den Sound sorgt Bose. Das ist eine gute Nachricht, denn die meisten Brillen klingen, als würde man Musik über ein in einer Dose eingeschlossenes Handy hören. Der Klang ist ordentlich, aber für Audiophile wird er wohl kaum die Studio-Kopfhörer ersetzen. Zum Spielen von Call of Duty im Flugzeug ist er aber mehr als ausreichend.

Fazit: Ist das die Zukunft oder nur ein teures Hobby?
Sehen, ROG Xreal R1 Diese Brille ist nicht für jedermann geeignet. Wer Candy Crush auf dem Handy spielt, sollte sie lieber nicht kaufen. Sie richtet sich an Enthusiasten – an alle, die wissen, warum 240 Hz wichtig sind und warum Micro-OLED eine überlegene Technologie darstellt.
Der Preis ist noch nicht bekannt, aber da das Xreal Air 2 Pro-Modell etwa 450 Dollar kostet, dürfte er relativ hoch sein. (vergleichbare Euro)Mit der kompletten ROG-Ausstattung und dem Control Dock dürfte dieses Modell deutlich teurer sein. Wahrscheinlich in etwa so viel wie ein ordentlicher Gebrauchtwagen für Studenten.
Braucht man sie? Rational betrachtet: Nein. Niemand braucht einen 171-Zoll-Bildschirm in einer Brille. Aber die Automobilbranche hat uns gelehrt, dass Rationalität keinen Spaß macht. Niemand braucht 500 PS, um zur Arbeit zu fahren, aber es fühlt sich verdammt gut an, sie zu haben. Diese Brille ist genau das. Ein technologischer Überfluss, der es einem ermöglicht, der langweiligen Realität zu entfliehen und in eine Welt einzutauchen, in der die Farben schöner, die Bewegungen fließender und man selbst die Hauptrolle spielt. Und wenn das nicht das Wesen der Technologie ist, dann weiß ich es auch nicht.
Wenn du Geld hast und Spiele magstDiese Brille ist wahrscheinlich das Beste, was du dieses Jahr auf den Kopf setzen wirst. Trag sie aber bloß nicht bei einem Date. Glaub mir.





