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Lexus RZ 600e F SPORT Performance: Wenn japanische Ingenieure zu viel Wasabi essen und ein elektrisches Biest erschaffen.

Endlich ein Lexus, der nicht flüstert, sondern brüllt – zumindest digital. Der RZ 600e ist aggressiv, mit Carbonfaser-Elementen ausgestattet und leider exklusiv.

Foto: Lexus

Seien wir ehrlich, Lexus ist eine Marke für Leute, die im Restaurant Wasser mit Zimmertemperatur bestellen. Sie sind zuverlässig, komfortabel und so leise wie eine Bibliothekarin in Hausschuhen. Doch hin und wieder passiert etwas Seltsames im Keller eines Toyota-Werks. Offenbar brechen die Ingenieure in den Sake-Schrank ein, schauen zu viele Folgen von „The Fast and the Furious“ und erschaffen etwas, das völlig absurd, aber gleichzeitig absolut fantastisch ist. Wir präsentieren den Lexus RZ 600e F SPORT Performance. Ein Auto, das aussieht, als wolle es Ihren Tesla auf dem Schulhof schlagen. Und wissen Sie was? Es könnte sogar Erfolg haben.

Kommen wir zum Wesentlichen, wo es kompliziert wird – dem Antrieb. Dieses Auto spart nicht an Strom, es verschlingt ihn förmlich. Der neue Lexus RZ 600e F SPORT Performance holt beeindruckende 313 kW (420 PS) aus seinen zwei Elektromotoren heraus. Das ist ein deutlicher Sprung gegenüber der Serienversion RZ 450e und sogar dem neuen RZ 550e. Die Beschleunigung? In nur 4,4 Sekunden sprintet er auf 100 km/h. Nicht gerade eine Geschwindigkeit, die einem den Schädel einreißt, aber schnell genug, um den Passagieren in der zweiten Reihe Kaffee auf die Designerhosen zu kleckern.

Drehmoment ist reichlich vorhanden bei Lexus RZ Der 600e F SPORT Performance verfügt über je einen Motor – vorne und hinten –, der 268 Nm (198 lb-ft) Drehmoment beisteuert, was zusammen mit dem DIRECT4-System dafür sorgt, dass dieser Crossover wie ein Angsthase auf der Straße klebt.

Aber was wirklich ins Auge sticht, ist nicht der Motor, sondern die Optik. Lexus hat in diesem Auto mehr Carbon verbaut als in einer Formel-1-Box. Wir sprechen hier von einer Carbon-Motorhaube mit Lufteinlass (der wohl nur der Optik dient, da sich darunter kein V8 verbirgt), einem Carbon-Dach und zwei Heckspoilern. Ja, zwei. Weil ein Flügel nicht reichte, wurde noch ein weiterer am Dachrand angebracht. Sieht das aggressiv aus? Absolut. Ist es nötig? Wohl eher nicht. Gefällt es uns? Oh ja!

Foto: Lexus
Foto: Lexus

Der Lexus RZ 600e F SPORT Performance ist Ingenieurskunst auf Rädern – Poesie auf Rädern.

Damit dieser „Elektrokasten“ nicht schon in der ersten Kurve umkippt, senkten die Ingenieure das Chassis um 20 Millimeter ab. Der Wagen rollt auf wunderschönen, mattschwarzen 21-Zoll-Enkei-Felgen, die leichter sind als das Gewissen nach einem üppigen Sonntagsessen. Dahinter verbergen sich giftig blaue Bremssättel, die sich in die riesigen Bremsscheiben krallen.

Das Besondere ist die Lenkung. Lexus setzt auf sein Steer-by-Wire-System (eine elektronische Verbindung ohne mechanische Lenksäule), das in Kombination mit dem jochförmigen Lenkrad verspricht, dass man das Auto mit den Gedanken steuern kann. Nun ja, fast. Das Fahrgefühl ist futuristisch, auch wenn manch einer das gute alte Gefühl vermissen mag, jede Unebenheit der Straße zu spüren.

Foto: Lexus

Der Innenraum des Lexus RZ 600e F SPORT Performance ist, wie man es von Lexus erwartet, typisch Lexus – sprich: besser verarbeitet als die Internationale Raumstation. Die Sitze sind mit Ultrasuede (einem schicken Ausdruck für „sehr teures Kunstwildleder“) bezogen und mit kontrastierenden blauen Ziernähten versehen, die einem sofort signalisieren, dass man nicht in einem Taxi sitzt, sondern in etwas Besonderem.

Foto: Lexus
Foto: Lexus

Die Batteriekapazität beträgt weiterhin 76,9 kWh, was laut japanischem Fahrzyklus eine Reichweite von rund 525 km (326 Meilen) ermöglichen soll. Im Alltag, wenn man die 420 PS tatsächlich nutzt, dürfte die Reichweite geringer ausfallen. Das Laden geht ordentlich schnell mit bis zu 150 kW, was bedeutet, dass man in einer halben Stunde 10 bis 80 % aufladen kann. Genau richtig für einen Espresso und eine kurze Reflexion darüber, warum man sich eigentlich für ein Auto mit zwei Spoilern entschieden hat.

Foto: Lexus

Ein Auto für die Elite (im wahrsten Sinne des Wortes).

Und jetzt kommt der Teil, der dich ärgern wird: Der Lexus RZ 600e F SPORT Performance ist exklusiv in Japan erhältlich. Und vermutlich nur in begrenzter Stückzahl. Der Preis? Rund 12 Millionen Yen, umgerechnet etwa 80.000 Euro (85.000 US-Dollar), bevor die Steuern dazukommen.

Foto: Lexus
Foto: Lexus
Foto: Lexus
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Dieses Auto ergibt auf dem Papier keinen Sinn. Es ist ein Familien-Crossover mit Rennwagen-Aerodynamik. Es ist leise, sieht aber laut aus. Es ist elektrisch, will aber ein Benzin-Rowdy sein. Und genau deshalb ist es der beste Lexus der letzten Jahre. Denn es beweist, dass die elektrische Zukunft nicht steril und langweilig sein muss. Es kann auch ein bisschen verrückter Spaß sein. Wenn du doch nur in Tokio leben würdest.

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