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Test: Tesla Model Y Standard RWD „Jeans“-Generation oder wie ich mich in das beste Taxi der Welt verliebte

Ist das noch ein Tesla oder nur ein überteuertes Massenprodukt? Die Antwort wird Sie überraschen – und vielleicht auch ein wenig verärgern.

Tesla Model Y Standard
Foto: Jan Macarol

Der Einstieg in die Welt der Elektromobilität war einst exzentrischen Millionären und Technikbegeisterten vorbehalten, die den Duft von Leder und Stille liebten. Und heute? Heute erhält man für 39.990 Euro (oder subventionierte 34.000 Euro) eine Eintrittskarte in diesen exklusiven Club – allerdings durch die Hintertür. Die Rede ist vom neuen Tesla Model Y Standard RWD. Ein Auto, das etwas von seinem Glanz eingebüßt hat, um alltagstauglicher zu werden, dabei aber vielleicht zu Elon Musks ehrlichstem Produkt geworden ist. Ist es nur ein Tesla Semi im Gewand eines Pkw, bereit für 400.000 Kilometer Leidenszeit, oder ein Geniestreich? Anschnallen, denn wir werden herausfinden, ob man ein Auto genießen kann, das Jeans auf dem Armaturenbrett trägt.

Zum Preis von 39.990 Euro (unter Berücksichtigung eines Zuschusses von rund 34.000 Euro) Sie fragen völlig zu Recht: Wo liegt die Täuschung? Die Nachbarn werden es nicht auf den ersten Blick entdecken. Tesla Model Y Standard Es trägt die gleiche Stealth Grey-Lackierung, die selbst beim teuersten Performance-Modell serienmäßig ist, sodass es nicht den Anschein erweckt, als hätte man das billigste Modell gekauft. Kenner werden bemerken, dass die Scheinwerfer vorne und hinten nicht durch ein Leuchtband verbunden sind. Aber wenn man bedenkt, dass dieses Auto günstiger ist als Enyaq-SchädenDaraus wird klar: Sie haben kein Halbfertigprodukt gekauft, sondern wahrscheinlich das System ausgetrickst.

Foto: Jan Macarol

Interieur: Wenn „Premium“ auf H&M trifft

Das Erste, was einem auffällt, ist nicht das, was da ist. aber was ist nichtVergessen Sie veganes Leder, das versucht, Kuhleder zu imitieren. Dieses Auto trägt Stoff. Und nicht irgendeinen Stoff – das Armaturenbrett ist mit einem Material bezogen, das verdächtig nach Denim aussieht. Es mag billig klingen, fühlt sich aber tatsächlich unverwüstlich an, wie Arbeitskleidung, die alle Ihre Kinder und wahrscheinlich auch den nächsten Besitzer überdauert. Die Verarbeitung ist gut, auch wenn die Materialien manchmal minderwertig sind, aber sie machen den Zweck deutlich: Dies ist ein Auto für autonome Taxidienste.

Foto: Tesla
Foto: Jan Macarol
Foto: Jan Macarol

Die Mittelkonsole wurde neu gestaltet, offenbar inspiriert vom Cybertruck. Sie endet früher, direkt hinter den Getränkehaltern, was für ein luftigeres Raumgefühl sorgt, allerdings gehen dadurch einige Ablagefächer verloren. Und ja, die Lenksäule ist nicht elektrisch verstellbar. Sie muss manuell eingestellt werden, was im Jahr 2026 ungefähr so antiquiert ist wie die Benutzung eines Faxgeräts.

Platzangebot: Ein schwarzes Loch für Ihren Kram – Tesla Model Y Standard

Wer glaubt, dass beim niedrigeren Preis auf den Kofferraum verzichtet wurde, irrt sich. Tesla Model Y Standard Dahinter befindet sich ein richtiger Hohlraum – wir sprechen von 850 Liter Stauraum im Heck und mehr 110 Liter Im vorderen Kofferraum unter der Motorhaube befindet sich ein geräumiger Stauraum. Dieser ist nicht einfach nur ein Kofferraum, sondern ein richtiger Hangar. Im Test wurden neun Flightcases hinten und ein weiteres vorne verstaut – eine Leistung, die Konkurrenten wie BYD und MG vor Neid erblassen ließe. Eine elektrische Heckklappe gehört ebenfalls zur Serienausstattung, was in dieser Preisklasse ein nettes Extra ist. Doch Vorsicht: Nicht alles ist perfekt. Die Rückbank ist zwar im Verhältnis 40:20:40 geteilt, aber wer eine Mittelarmlehne wünscht, wird enttäuscht sein. Statt einer richtigen Rückenlehne muss man den gesamten mittleren Teil des Sitzes umklappen. So entsteht lediglich eine Rückenlehne mit Getränkehaltern, die zu niedrig und zu hart ist, um bequem zu sein. Aber mal ehrlich, wenn man die halbe IKEA-Küche transportiert, ist einem die Rückenlehne sowieso egal.

Foto: Jan Macarol

Zahlen, die zählen: Kilometer, Watt und Realität

Darunter »Stealth Grey« Zinn (das übrigens die einzige kostenlose Farbe ist) verbirgt das Herzstück des Sparpakets.

Batterie und Reichweite: Das Auto wird von einer 60-kWh-Batterie angetrieben. Die offizielle Reichweite beträgt 505 km, aber seien wir realistisch. Auf der Autobahn, wo der Tesla die meiste Zeit unterwegs ist, erreichen Sie je nach Wetterlage realistischerweise zwischen 320 und 386 Kilometer. Im Winter? Rechnen Sie mit einem Verbrauch von etwa 22 kWh pro 100 Kilometer. Die Batterie ist an ihrer Kapazitätsgrenze, aber für den durchschnittlichen Nutzer ausreichend.

Laden: Hier liegt das Sparpotenzial. Die maximale Ladeleistung ist auf 175 kW begrenzt. Das ist zwar weniger als bei teureren Modellen, reicht aber dennoch aus, um einen 10-80 %-Akku in 24 Minuten aufzuladen. Und nicht zu vergessen: Der Zugang zum Supercharger-Netzwerk ist nach wie vor ein entscheidender Vorteil.

Beschleunigung und Geschwindigkeit: In etwa 7 Sekunden sprintet man auf 100 km/h. Es ist zwar keine Rakete, aber schnell genug, um Überholmanöver stressfrei zu gestalten. Die Höchstgeschwindigkeit ist offiziell begrenzt, doch bei 150 km/h fährt sich das Auto souverän wie ein normales Auto. Die offizielle Höchstgeschwindigkeit liegt bei 177 km/h.

Foto: Jan Macarol
Foto: Jan Macarol

Fahren: Digitale Engel und Dämonen

Die Software befindet sich bei Tesla Model Y StandardWie immer bei Tesla: 10/10. Alles funktioniert reibungslos und intuitiv, wie eine Erweiterung des Smartphones. Doch das Fahrgefühl ist nicht perfekt. Der Spurhalteassistent (Lane Assist) ist bei hohen Geschwindigkeiten geradezu rutschig – er korrigiert zu stark und zu aggressiv, was unangenehm ist, vermutlich auch aufgrund des günstigeren, passiven Fahrwerks und der anderen Reifen. Auch der recht große Wendekreis stört mich.

Die Federung ist nicht besonders ausgefeilt. wie bei den LangstreckenmodellenDie anderen verfügen über frequenzabhängige Dämpfer. Hier sind klassische Dämpfer verbaut. Ist der Fahrkomfort schlecht? Nein. Er ist etwas rauer, aber immer noch besser als bei vielen vergleichbaren Elektro-SUVs. Die Lenkung ist direkt, vielleicht sogar zu direkt für einen Familienwagen, aber das verleiht ihm eine gewisse Agilität.

Foto: Jan Macarol

Was wirst du vermissen?

Abgesehen vom Leder und der Weichheit werden Sie das Licht im Fond vermissen. Tesla Model Y Standard Es verfügt nicht über das wunderschöne Panorama-Glasdach, sondern über graue Polster, wodurch die Rückbank an trüben Tagen recht trist wirkt. Auch ein Touchscreen fehlt im Fond, was Eltern enttäuschen dürfte, die sich während der Fahrt eine digitale Kinderbetreuung gewünscht hätten. Die Vordersitze sind zwar beheizt, aber nicht belüftet, und eine Sitzheizung hinten gibt es gar nicht – nicht einmal gegen Aufpreis.

Foto: Jan Macarol
Foto: Jan Macarol

FSD: Terminator im Gewand eines Kindermädchens

Sie denken vielleicht, Sie hätten gekauft Einfach ein gutes FamilienautoAber in Wirklichkeit haben Sie gekauft eine Eintrittskarte in die ZukunftDieses Auto wird dieses Jahr voraussichtlich das meistverkaufte Modell der Welt sein, und das aus gutem Grund. Unter dem günstigeren Blechkleid verbirgt sich genau die gleiche Ausstattung an Sensoren, Chips und Kameras wie in der teuersten Performance-Version. Ja, Sie haben richtig gelesen. Selbst dieses „Standard“-Modell verfügt über die gesamte notwendige Ausstattung für FSD (Vollständiges Selbstfahren)einschließlich einer neuen, zusätzlichen Kamera im vorderen Stoßfänger, die nur einem Zweck dient: dem Auto eine bessere Sicht zu ermöglichen als Ihnen.

Elon Musk ist nicht dumm. Dieses Auto ist nicht nur für Sie gedacht, sondern als Basis für eine zukünftige Flotte autonomer Taxis. Sobald die Software es zulässt – und die Software dieses Autos ist bereits auf dem Niveau eines klassischen Tesla Ten – wird dieser „Jeans“-Tesla komplett autonom fahren, genauso souverän wie das 60.000-Euro-Modell. Die Ironie ist perfekt: Sie haben weniger für Komfort bezahlt, aber dieselbe Intelligenz erhalten. Das ist Demokratie nach Teslas Auffassung – wir sind alle gleich vor der künstlichen Intelligenz, nur sitzen manche auf Leder, andere auf strapazierfähigem Stoff.

Foto: Jan Macarol
Foto: Jan Macarol

Fazit: Der Sieg der Vernunft über die Gefühle

Tesla Model Y Standard Dieses Auto kauft man nicht aus dem Bauch heraus. Es ist ein Auto, das man mit dem Taschenrechner in der Hand kauft. Für 39.990 € erhält man 850 Liter Kofferraumvolumen, weitere 110 Liter Stauraum vorne und Technologie, die der Konkurrenz um Jahre voraus ist.

Ist das das Beste? TeslaNicht im Entferntesten. Es ist abgespeckt, hat eine geringere Reichweite und sieht aus wie aus einem Jeanshemd. Aber es ist auch ein interessantes und gutes Werkzeug für moderne Mobilität. Es fühlt sich an wie ein Taxi der Zukunft, das man heute kaufen könnte und das in einem Jahr die Nachbarn zur Arbeit befördert und einem Geld einbringt. Wenn man darüber hinwegsehen kann, dass es nicht all die „Premium“-Spielereien der teureren Zweimotorenmodelle hat, Dies ist wahrscheinlich der rationalste Kauf, den es derzeit auf dem Markt gibt.Lassen Sie sich vom Stoff nicht abschrecken – schließlich sind Jeans schon immer in Mode gewesen.

Meine Bewertung? Als Umzugshelfer: 10/10. Als Statussymbol? Nun, nennen wir es lieber „urbanen Chic“. Für diesen Preis gibt es einfach keine Konkurrenz, die so viel Platz, Intelligenz und Benutzerfreundlichkeit bietet.

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tesla.com

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