Erinnert ihr euch noch an den ersten ID.3? Er versprach eine Revolution, lieferte aber mit einem Interieur aus recycelten Joghurtbechern und fehlerhafter Software. Nun, Volkswagen hat uns endlich erhört. Sie präsentieren den brandneuen Volkswagen ID.3 Neo. Ist das der echte, vollwertige Elektro-Golf für die breite Masse, auf den wir all die Jahre gewartet haben?
Seien wir ehrlich. VW Golf Der ID.3 prägte die Kompaktklasse über Jahrzehnte. Er war ein Auto für jedermann – vom ambitionierten Studenten bis zum mittelmäßig erfolgreichen Filialleiter. Als der ID.3 auf den Markt kam, sollte er nach dem legendären Käfer und Golf der „dritte große Meilenstein“ der Marke sein. Doch irgendwie verfehlte er sein Ziel. Er wirkte steril, zu futuristisch und, seien wir ehrlich, etwas unfertig. Und nun haben wir ihn. Volkswagen ID.3 NeoDas Wort „Neo“ bedeutet natürlich neu, und Gott sei Dank trifft das in diesem Fall zu. Die Designsprache, die VW unter der Leitung des Designers Andreas Mindt „Pure Positive“ nennt, ist nicht nur ein billiger MarketingtrickDas Auto präsentiert sich nun mit markanten, dynamischen Linien, einer durchgehenden Lichtlinie an der Front, die ihm eine aggressivere Breite verleiht, und einem elegant beleuchteten Logo. Dach, Heckspoiler und Kofferraumdeckel sind in Wagenfarbe lackiert, wodurch das Fahrzeug optisch nicht mehr wie ein aufgeblähtes Tablet auf Rädern wirkt, sondern wie ein echtes, dynamisches, tieferes und längeres Sondermodell.








Interieur – Volkswagen ID.3 Neo: Das Ende der Ära der Verzweiflung und Berührung
So mancher Skeptiker hat früher schon mal gelacht, wenn er im Dunkeln die Klimaanlage bedienen musste. Im ID.3 Neo hingegen eröffnet sich eine völlig neue Welt, die nun wieder stolz das Label „100% Volkswagen“ trägt. Die Materialien im Innenraum sind weich, unglaublich hochwertig und fühlen sich angenehm an – sie gehören direkt in die nächsthöhere Klasse. Auch das Multifunktionslenkrad wurde komplett neu gestaltet und präsentiert sich nun sportlich und abgeflacht. Und was noch wichtiger ist: Es verfügt über absolut logische, griffige Tasten und Schalter. Vorbei sind die Zeiten der unberechenbaren Schieberegler, die nur mit den Knien funktionierten. Das technologische Zentrum bildet ein großes und reaktionsschnelles 32,8 cm (12,9 Zoll) großes Zentraldisplay, das durch das gestochen scharfe 26,0 cm (10,25 Zoll) große Digital Cockpit vor dem Fahrer ergänzt wird. Und die Software? Die läuft jetzt endlich flüssig, reibungslos und völlig verzögerungsfrei. Martin Sander, Mitglied des Vorstands für Vertrieb und Marketing bei VW, sagte bei der Präsentation: „Wir haben das neue Modell mit dem ‚echten Volkswagen‘ im Hinterkopf entwickelt und den Nutzer in den Mittelpunkt gestellt.“ In der Praxis bedeutet das einfache, intuitive Bedienung ohne Stress im Alltag.






Die wirklich wichtigen Zahlen: Batterien und Rohleistung
Hier wird es richtig interessant und wichtig für alle, die gerne dynamisch fahren. Der Antriebsstrang des neuen Modells wurde von Grund auf neu entwickelt. Er bietet mehr Drehmoment – wir schätzen mindestens 310 Nm für die Basis- und Mittelklassemodelle – und einen deutlich reduzierten Energieverbrauch. Es stehen drei Ausstattungspakete (Trend, Life und Style) und drei Leistungsstufen der Elektromotoren zur Auswahl. Die Basisversion leistet 125 kW (170 PS) und ist mit einer großen 50-kWh-Batterie (netto) ausgestattet. Die mittlere Variante bietet verbesserte 140 kW (190 PS) und eine 58-kWh-Batterie. Wer auf der Überholspur mit einem klassischen Motor beeindrucken möchte, greift zur stärksten Version: 170 kW (231 PS) in Kombination mit einer leistungsstarken 79-kWh-Batterie.




Die größere Batterie ermöglicht dank verbesserter Aerodynamik und optimierter Motoren eine fantastische Reichweite von bis zu unglaublichen 630 Kilometern (391 Meilen) nach dem strengen WLTP-Standard. Wie sieht es mit dem Laden auf langen Strecken aus? Die kleineren Batterien (50 und 58 kWh) werden an Schnellladestationen mit bis zu 105 kW geladen, was sich langfristig als sehr solide erweist und eine gleichmäßige Ladekurve aufweist. Das absolute Highlight ist die 79-kWh-Variante, die mit bis zu 183 kW wertvolle Energie liefert. Die Höchstgeschwindigkeit bleibt vernünftig und sicher, da sie traditionell elektronisch auf 160 km/h (99 mph) begrenzt ist. Die Beschleunigung von 0 auf 100 km/h (0-62 mph) wird für die stärkste 170-kW-Version auf extrem dynamische 6,0 Sekunden geschätzt, die Sie bei jedem Anfahren an der Ampel garantiert in den Sitz gepresst halten werden.
Volkswagen ID.3 Neo: Technologische Highlights und ultimative Benutzerfreundlichkeit
Der neue ID.3 Neo steckt voller intelligenter Technologie. Da ist zum Beispiel das verbesserte Connected Travel Assist-System, das Ampeln zuverlässig erkennt, und das exzellente Ein-Pedal-Fahren, bei dem das Fahrzeug kraftvoll Energie zurückgewinnt und sanft zum Stehen kommt. Mein absolutes Highlight ist jedoch die serienmäßige Vehicle-to-Load-Funktion (V2L) mit einer beeindruckenden Leistung von bis zu 3,6 kW. Damit können Sie beispielsweise in der Natur einen Elektrogrill an Ihr Auto anschließen, eine ganze Flotte von E-Bikes aufladen oder eine Kaffeemaschine betreiben. Es gibt sogar einen innovativen integrierten App-Store (In-Car Shop), über den Sie Streaming-Inhalte, Spiele oder Lade-Apps direkt ins Auto laden können.
Für alle, die sich mehr Luxus wünschen, bietet die Liste der optionalen Extras unter anderem Augmented Reality auf einem transparenten Head-up-Display (AR-HUD), ein riesiges Panorama-Schiebedach, ein Premium-Surround-Sound-System von Harman Kardon und Massagesitze mit Memory-Funktion. Das Park Assist Pro-System ist jetzt intelligenter denn je und merkt sich Ihre Fahrmanöver.
Wie lautet also das abschließende Urteil über den brandneuen Wagen aus Wolfsburg?
Ganz ehrlich und vielleicht etwas zynisch betrachtet – genau so hätte der ID.3 bei seiner Markteinführung sein sollen. Ingenieure und Designer haben endlich das nervige, billig wirkende Gefühl im Innenraum beseitigt, die Ergonomie deutlich verbessert und einen Antriebsstrang verbaut, der dem Alltagsfahrer echten, spürbaren und zuverlässigen Komfort bietet. Mit einer beeindruckenden elektrischen Reichweite von 630 Kilometern gehört die altbekannte Angst vor einer leeren Batterie auf längeren Strecken der Vergangenheit an.
Auch wenn die offiziellen Preise für die heutige Weltpremiere für die einzelnen Märkte noch nicht zu 100 % bestätigt wurden, können wir realistischerweise davon ausgehen, dass diese Preise irgendwo dazwischen liegen werden, wenn der Vorverkauf beginnt. 35.000 Euro für das sehr einfache Modell „Trend“. und bis hin zu den Reichen 48.000 Euro für die Version mit dem größten Akku und Vollausstattung. Ist das viel Geld für einen modernen Kompaktwagen? Zweifellos. Aber in der heutigen Zeit, in der Elektroautos oft nur seelenlose Smart-Geräte auf Rädern sind, ist es ID.3 Der Neo ist endlich wieder ein richtiges Auto geworden. Er hat seine Sterilität abgelegt und bietet ein echtes Fahrerlebnis, das einfach Spaß macht. Er verdient nun, und zum ersten Mal, das „elektrischer Golf“-Emblem ganz ohne Ironie. Ich persönlich finde, wir können ihm seine jugendlichen Fehler verzeihen, denn er hat die Universität des echten Autofahrens eindeutig erfolgreich abgeschlossen.




