In unseren langen Gesprächen über Autos sind wir es gewohnt, dass das Fahrzeug viel verspricht und die Ladestation dann die harte Realität offenbart. Diesmal ist es zum ersten Mal umgekehrt. Dieses Auto nahm die vollen 350 Kilowatt Leistung an und hielt sie konstant, sodass die Ladestation buchstäblich zuerst aufgab. Für fast 80.000 Euro erhält der Käufer etwas weit Wertvolleres als die Batterie selbst. Und genau bei diesem Preis stellt sich eine Frage, die den gesamten Test auf den Kopf stellt. Also – der XPeng G9 Performance-Test.
Das vollständige, ausführliche Videointerview / den XPeng G9 Leistungstest können Sie im Rahmen des untenstehenden Podcasts ansehen. Macarol AutoausstellungDarunter erwartet Sie eine Bildergalerie des Wagens aus allen Perspektiven. Die Frage nach dem Titel bleibt vorerst ein Rätsel, denn die gesamte Geschichte dieses Fahrzeugs dreht sich darum.
Zunächst einmal die Größe, denn ohne sie verstehen wir gar nichts.
Der XPeng G9 ist das größte Modell der Marke, das man aktuell in Europa kaufen kann, und seine Größe muss man sich wirklich vorstellen. Mit einer Länge von 4,89 Metern liegt er genau zwischen Teslas Model Y und X – er ist ein Zehntel Meter länger als das Model Y und gut einen halben Meter kürzer als das Model X. Er ist außerdem etwas länger als der elektrische Mercedes EQE SUV und minimal kürzer als der BMW iX. Kurz gesagt: Wir sprechen hier von einem wirklich großen Premium-Fahrzeug.

Unter dem Blechkleid verbirgt sich die Allradversion AWD Performance mit zwei Motoren, die 423 kW (575 PS) und ein Drehmoment von 695 Nm entwickelt. Sie beschleunigt in nur 4,2 Sekunden von 0 auf 100 km/h, die Höchstgeschwindigkeit ist elektronisch auf 200 km/h begrenzt. Das Leergewicht beträgt 2395 Kilogramm. Die Batterie hat eine Bruttokapazität von 93,1 kWh, basiert auf moderner LFP-Technologie und arbeitet mit einer modernen 800-Volt-Architektur. Der Preis des getesteten Fahrzeugs beträgt laut Preisliste 74.100 Euro.
Mit dieser Zahl haben wir das Terrain der Billigautos aus China endgültig verlassen und uns in einer Preisklasse bewegt, die sonst für einen gut ausgestatteten Audi Q6 e-tron quattro oder – und das wird noch entscheidend sein – einen elektrischen Mercedes GLC mit Allradantrieb vorgesehen ist. Genau deshalb ist dieser Test im Grunde eine ausführliche Antwort auf die Frage, ob man mehr als 70.000 Euro für eine Marke ausgeben kann, deren Namen der Nachbar nicht einmal richtig aussprechen kann.

Schön, korrekt und wieder etwas anonym.
Das Design zeichnet sich durch einen durchgehenden Lichtstreifen an der Front aus, ohne klassische Maske und ohne unnötige Aggressivität. Die Klappen öffnen sich nur bei Bedarf zur Kühlung von Bauteilen. Rahmenlose Türen, automatische Scheinwerfer und Türen mit Soft-Close-Funktion gehören zur Serienausstattung. XPeng bezeichnet dies als zeitlose europäische Ästhetik, und wir ergänzen: Das Design ist schön, stimmig und zugleich etwas zurückhaltend.
Von der Seite betrachtet misst das Fahrzeug 1,94 Meter in der Breite und steht auf eleganten 21-Zoll-Felgen mit 255/45er Reifen. Der Radstand von 2998 Millimetern, fast drei Metern, bietet im Fond ausreichend Beinfreiheit, sodass die Passagiere bei einer Fahrergröße von 185 Zentimetern bequem die Beine übereinanderschlagen können. Die weiße Lackierung ist kostenlos, die meisten anderen kosten 1050 Euro, und die Sonderlackierung Kaitoke-Grün kostet 1200 Euro und ist exklusiv in der Performance-Version erhältlich. Wir empfehlen Ihnen dringend, diese Option in Betracht zu ziehen, denn in der grau-weißen Farbkombination ist der G9 auf der Straße praktisch unsichtbar.

Ein Interieur, in dem alle Vorurteile ausgelöscht sind
Der Innenraum des G9 ist besonders ausgereift. Unabhängige Tests nach über 1.000 Kilometern belegen, dass Komfort und Verarbeitung mit etablierten Premium-Konkurrenten mithalten können, sodass jegliche Bedenken ausgeräumt sind. Weiche Materialien, präzise Verbindungen, zwei kabellose 50-Watt-Ladegeräte mit Smartphone-Kühlung, ein beheizbares Lenkrad und belüftete Vordersitze gehören zur umfangreichen Serienausstattung.
Drei Bildschirme sind vor dem Fahrer und in der Mitte angebracht: ein 10,25-Zoll-Fahrerdisplay und zwei 14,96-Zoll-Bildschirme, einer zentral und einer für den Beifahrer. Der Beifahrer kann während der Fahrt ungestört Filme schauen, da der Fahrer von seinem Platz aus keinen direkten Blick auf den Bildschirm hat. Die einzige wirkliche Diskussion im Innenraum dreht sich um das optionale Premium-Sitz- und Soundpaket für 3.950 Euro, das unserer Meinung nach die wichtigste Option in der Preisliste darstellt.


Dafür erhalten Sie edles Nappaleder, Massagefunktion in den Vorder- und Rücksitzen, verstellbare Seitenwangen im Fond, ein Dynaudio-Soundsystem der Spitzenklasse mit 20 Lautsprechern und Dolby Atmos sowie zwei direkt in den Fahrersitz integrierte Lautsprecher für diskrete Telefonate und Navigationsanweisungen. Bei vergleichbaren Modellen in Deutschland würden Sie für diese Ausstattung leicht 10.000 Euro bezahlen. Auch ohne dieses Paket erhalten Sie ein großartiges Auto, mit ihm jedoch ein umfassendes Erlebnis – und den eigentlichen Grund für die Existenz des G9.

Das Laden: das Herzstück des Autos und der Kern der Geschichte
Seine 800-Volt-Architektur mit neuer nickel- und kobaltfreier LFP-Chemie bietet eine vom Hersteller angegebene maximale Ladeleistung von 525 kW. Bei einem Sommertest an der Ionity-Ladestation nahm das Fahrzeug die vollen 350 kW auf und hielt diese Leistung überraschend lange und konstant im Bereich von 12 bis 49 Prozent Ladezustand. Die Batterie von Es lädt in nur 14 Minuten von 8 auf 80 Prozent.Und es dauert nur drei Minuten länger, bis der Akku 90 Prozent erreicht. Während die meisten Elektroautos Schwierigkeiten haben, über 80 Prozent zu laden, erreicht der G9 in gut einer Viertelstunde fast seine volle Reichweite.
Unsere Schlussfolgerung ist völlig neu: Wenn das Laden nicht rekordverdächtig schnell ist, liegt es nicht am Auto, sondern an der Ladestation. Die angegebenen 525 kW werden Sie in Europa praktisch nicht sehen, da die entsprechende Infrastruktur noch nicht existiert. Das Auto kann jedoch nachweislich mehr Leistung aufnehmen, als die meisten Stationen bieten können. Ein Nachteil bleibt allerdings bestehen: Das Laden zu Hause ist auf 11 kW begrenzt, was bedeutet, dass eine vollständige Ladung etwa zehneinhalb Stunden dauert. Ein Auto, das an einer Schnellladestation alle Konkurrenten in den Schatten stellt, lädt in der heimischen Garage also eher durchschnittlich.
Fahrgefühl: komfortabler Roadster mit brutaler Beschleunigung
Unterwegs ist der Xpeng G9 extrem schnell, und die Launch-Control sorgt dafür, dass das gesamte Drehmoment von 695 Nm das Fahrzeug in nur 4,2 Sekunden auf 100 km/h beschleunigt. Der Unterschied zwischen den Fahrmodi ist jedoch deutlich spürbar und nicht nur softwareseitig bedingt. Im Komfortmodus wird das Fahrwerk weicher abgestimmt, und das Fahrzeug gleitet komfortabel über Unebenheiten, während es im Sportmodus spürbar straffer wird. Die intelligente Zweikammer-Luftfederung mit elektromagnetischen Stoßdämpfern, die nur in der Performance-Version serienmäßig ist, erfasst die Straßenverhältnisse und passt sich in Echtzeit an.
Das Hauptergebnis des Tests bestätigt, dass es sich um einen exzellenten Autobahnkreuzer handelt. Bei 130 km/h ist die Geräuschdämmung hervorragend, das Auto liegt ruhig auf der Straße und bleibt auch bei höheren Geschwindigkeiten stabil. Wir sprechen hier von einem komfortablen Reisewagen mit beeindruckenden Leistungsreserven, nicht von einem nervösen Sportwagen.

Für eine völlig objektive Bewertung müssen wir jedoch zwei wahrgenommene Schwächen hervorheben. Bei Autobahngeschwindigkeit vibriert die Motorhaube sichtbar, was zwar den Fahrkomfort nicht beeinträchtigt, aber das Prestigegefühl eines so hochpreisigen Fahrzeugs trübt. Auch der Lack wirkt für diese Klasse zu empfindlich, da er dünn ist und kleine Kratzer schnell sichtbar werden. Diese beiden Details sind der Hauptgrund, warum die Bewertung des Qualitätsgefühls bei 6,5 Punkten liegt; der Fahrgastraum überzeugt, doch die genannten äußeren Mängel hinterlassen einen faden Beigeschmack.
Preise, Ausführungen und Garantie als Sicherheitsgurt für Ihren Kauf
Für Käufer stehen drei Versionen zur Auswahl. Das Einstiegsmodell Standard Range für 53.900 Euro bietet eine kleinere Batterie und extrem schnelles Laden, während die Long-Range-Version für 64.100 Euro mit einer größeren Batterie und der größten Reichweite von 585 Kilometern nach WLTP-Standard aufwartet. Das Topmodell Performance für 74.100 Euro verfügt zusätzlich über einen zweiten Elektromotor, Allradantrieb und – besonders wichtig – eine Luftfederung, die für die günstigeren Versionen nicht erhältlich ist. Die emotionale Entscheidung für das teuerste Modell basiert dieses Mal auf sehr überzeugenden Argumenten.
Das wohl stärkste Verkaufsargument des gesamten Angebots ist die Garantie. In Slowenien bietet XPeng sieben Jahre Garantie auf das gesamte Fahrzeug und acht Jahre oder 160.000 Kilometer auf die Batterie. Für eine Marke, die in Europa noch keine lange Tradition hat, ist eine solche Garantie von entscheidender Bedeutung und bietet beim Kauf ein echtes Sicherheitsnetz für die gesamte Investition.
Seele, Tradition und Fabrik im benachbarten Graz
Die Frage, die den gesamten Test überschattet, dreht sich letztlich nicht mehr um Qualität oder Preis, sondern um die Geschichte und Identität der Marke. Beim Kauf eines Fahrzeugs etablierter Hersteller profitiert der Käufer von jahrzehntelanger Tradition und einem gewissen Prestige, während XPeng ein junges und innovatives Unternehmen ist, das erst 2014 gegründet wurde. Bei einem Preis von rund 30.000 Euro wäre der Mangel an Tradition unbedeutend, doch bei 74.000 Euro macht er fast die Hälfte der Kaufentscheidung aus.
Doch jede Tradition hat ihren Ursprung irgendwo, und genau hier spielt XPeng seine Stärken aus. Dieses spezielle Fahrzeug wird seit September 2025 für den europäischen Markt in den Werken des etablierten Herstellers Magna Steyr in Graz, Österreich, montiert – nur 45 Minuten von der slowenischen Grenze entfernt. Europäische Lieferfristen und sprichwörtlich strenge Produktionsstandards direkt an unserer Grenze beweisen, dass es sich hier nicht mehr um einen weiteren anonymen Direktimport aus Asien handelt, sondern um eine sorgfältig geplante und dauerhafte Präsenz auf dem alten Kontinent.
Das große Dilemma: G9 oder ein elektrischer Mercedes GLC mit einem bekannten Stern?
Am Ende stehen wir unweigerlich vor einem großen Dilemma. Stellt man den XPeng G9 Performance für 74.100 Euro und den elektrischen Mercedes GLC 400 4MATIC zum Sonderpreis von rund 68.000 Euro nebeneinander auf dem Parkplatz des Autohauses, zeigt sich, dass der Preis allein nicht mehr das stärkste Argument der Chinesen ist. Der XPeng ist mit 423 kW deutlich stärker und beschleunigt in 4,2 Sekunden auf 100 km/h, doch der Mercedes mit 360 kW und einer Beschleunigung von 4,3 Sekunden liegt im Alltag nicht wesentlich zurück. Der größte Vorteil des G9 liegt im Schnellladen: Die Batterie ist in außergewöhnlichen 12 bis 14 Minuten auf 80 Prozent geladen, während der deutsche Konkurrent für dieselbe Aufgabe mindestens 22 Minuten benötigt. Der chinesische SUV bietet außerdem einen größeren Kofferraum (660 Liter gegenüber 570 Litern), serienmäßige Luftfederung und eine deutlich längere Garantie.
Mercedes kontert hingegen mit einer deutlich höheren realen Reichweite von rund 700 Kilometern gegenüber den 540 Kilometern des chinesischen Modells, der Möglichkeit des schnelleren Ladens mit 22 Kilowatt zu Hause und dem unbestrittenen Ruf der Marke, der einen besser vorhersehbaren Wertverlust beim Wiederverkauf mit sich bringt. Bei XPeng kauft man das Fahrzeug größtenteils rein rational, mit dem Verstand; bei Mercedes hingegen trifft man die sicherere Entscheidung aus Tradition. Wer viel auf Autobahnen unterwegs ist und regelmäßig an öffentlichen Schnellladestationen lädt, für den ist der G9 technisch und ausstattungstechnisch die bessere Wahl. Lädt man jedoch überwiegend zu Hause und sind einem die endgültige Reichweite und der stabile Wert wichtiger als die maximale Ladeleistung, bleibt der Mercedes eine absolut legitime Entscheidung.
Urteil: Würde Jan es zu Hause haben wollen? XPeng G9 Leistungstest
Der XPeng G9 Performance ist eine technisch bemerkenswerte Ingenieursleistung und aktuell eines der ausgereiftesten Elektro-Familienautos auf dem Markt, das seinen Preis absolut verdient. Mit meiner gewählten Kombination, bestehend aus der Lackierung in Kaitoke Green und dem Premium-Paket, beläuft sich der Endpreis auf 79.250 Euro. Technisch gesehen bietet er schlichtweg mehr Auto fürs gleiche Geld als seine direkten Konkurrenten.
Und doch – wenn ich jetzt selbst entscheiden müsste, würde ich mich vorerst für den Mercedes entscheiden. Nicht weil er technisch besser wäre, sondern weil ich für 80.000 Euro nicht nur ein Auto kaufe, sondern auch die nächsten fünf Jahre: sorgenfreie Reichweite, eine bekannte Marke und einen stabilen Wiederverkaufswert. XPeng Ich war äußerst überrascht, aber ein Auto braucht Zeit, um seine Seele zu entwickeln. Bis es sich vollends entfaltet hat, bleibt der Stern die sicherere Wahl. Diesmal hat die Geschichte die Technologie knapp geschlagen, aber vielleicht sehen wir in drei Jahren schon ganz anders aus.
Endbewertung von Macarol: 79/100
Die Gesamtpunktzahl beträgt 79 von 100 Punkten. Die Einzelwertungen lauten wie folgt: Kraftstoffverbrauch 9,5; Design 8,5; Innenraum 8; Benutzerfreundlichkeit 8; Technologie 8; Anwendung 8; Infotainment 7,5; Preis-Leistungs-Verhältnis 7,5; Fahrgefühl 7,5 und Verarbeitungsqualität 6,5. Die höchste Punktzahl erhielt das Fahrzeug für seinen Kraftstoffverbrauch, die niedrigste für die Verarbeitungsqualität der Karosserie. Ein Auto, das auf dem Papier und an der Tankstelle fast alles übertrifft, verliert Punkte vor allem dort, wo reine Zahlen nicht mehr aussagekräftig sind.
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